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Das Mietkautionskonto

Welche Arten gibt es und wie funktionieren sie?

Was ist ein Mietkautionskonto?

Da der Vermieter laut §551 Absatz 3 des BGB verpflichtet ist, die ihm anvertraute Mietkaution gewinnbringend und von seinem übrigen Vermögen getrennt anzulegen, richtet er in der Regel ein sogenanntes Mietkautionskonto ein. Dieses hat insolvenzsicher zu sein und einen bestimmten Zinssatz zu erbringen, den der Vermieter nach Beendigung des Mietverhältnisses ebenso wie die Kaution an den Mieter auszuzahlen hat, sofern keine Mängel vorliegen. Der Zinssatz, den ein Mietkautionskonto erbringt, ist meist relativ gering: In der Regel variiert er zwischen 0,5 und 1,2 Prozent. Bei einer Mietkaution von 5.000 Euro und einem Zinssatz von 0,75 Prozent ergibt sich somit nach einer Mietdauer von 15 Jahren ein Gewinn von 593,01 Euro. Als praktischer kann es sich erweisen, eine Kautionsbürgschaft abzuschließen. Im Fall einer solchen Einigung muss kein Mietkautionskonto angelegt werden, da der Bürge die Kautionssumme im Fall eines Anspruchs an den Vermieter zahlt. Nur im Falle der Bürgschaftsnahme durch den Vermieter muss der Mieter das Geld an den Bürgen zurückzahlen, da er regresspflichtig ist.

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Was kostet ein Mietkautionskonto?

Wer ein Mietkautionskonto einrichten will, sollte möglichst viele Angebote vergleichen und vor allem die jeweiligen Zinssätze beachten. Viele Banken gestatten es ausschließlich ihren bestehenden Kunden, ein solches Konto anzulegen, und oft kommen einmalige Zusatzkosten hinzu, zum Beispiel eine Kontoeröffnungsgebühr. Der Mieter muss auf die vom Mietkautionskonto erwirtschafteten Zinsen Steuern entrichten, auch wenn sie sich nur auf geringe Beträge belaufen. All diese Kostenfaktoren sollten in die Planung mit einbezogen werden.

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Wie wird das auf dem Mietkautionskonto angelegte Geld verzinst?

Der Zinssatz des Mietkautionskontos hängt ebenfalls von den Konditionen der Bank ab, grundsätzlich ist aber davon auszugehen, dass er sehr niedrig ist – zwischen 0,5 und 1,2 Prozent. Da die durch Zinsen erbrachte Rendite dem Mieter zusteht, muss er diese im Rahmen der Kapitalertragssteuer versteuern. Da diese Teil der Einkommenssteuer ist, stellt der Vermieter für die Zinsen und die einbehaltene Zinsabschlagssteuer eine Bescheinigung aus. Diese kann der Mieter nutzen, um die für die Zinsen entrichteten Steuern auf seine Einkommenssteuer anrechnen zu lassen.

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Welche Arten von Mietkautionskonto gibt es?

Der Vermieter kann entweder ein Treuhandkonto für die Mietkaution einrichten oder ein vom Mieter eingerichtetes Sparkonto als Mietsicherheit in Pfändung nehmen.

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Das Treuhandkonto als Mietkautionskonto

Die erste Variante ist die am weitesten verbreitete: Hier erbringt der Mieter die Kautionsleistung per Überweisung oder in bar, und der Vermieter richtet ein separates Mietkautionskonto oder -sparbuch ein, das strikt von seinem übrigen Vermögen getrennt ist. Die Kaution muss dort unangetastet verbleiben, bis das Mietverhältnis beendet wird, und erbringt bis zu diesem Zeitpunkt kontinuierlich Zinsen. Nach Beendigung des Mietverhältnisses werden dem Mieter in der Regel die volle Kautionssumme sowie die akkumulierten Zinsen ausgezahlt. Die Kautionssumme wird ausbezahlt, sobald keine Forderungen mehr aus dem Mietverhältnis seitens des Vermieters bestehen. Dies kann auch ein längerer Zeitraum sein, z.B. bis zur nächsten Nebenkostenabrechnung. Es kann im Mietvertrag auch eine Frist vereinbart werden, die verstreichen muss, bevor es zur Rückzahlung der Mietkaution durch den Vermieter kommt.

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Das Sparbuch als Mietkautionskonto

Entgegen weitläufiger Ansicht kann auch der Mieter ein Mietkautionskonto anlegen: Viele Banken und Sparkassen bieten ihren Kunden diese Serviceleistung an und können entsprechende Modelle vorweisen. Der Mieter eröffnet auf seinen Namen ein Sparbuch über die volle Kautionssumme und verpfändet dieses als Mietsicherheit an den Vermieter. Auch auf dem Sparbuch sammelt die Kaution natürlich Zinsen an, die jedoch für gewöhnlich recht niedrig ausfallen. Die Rückzahlung der Mietkaution erfolgt ebenfalls nach Beendigung des Mietverhältnisses und der im Mietvertrag festgehaltenen Zusatzfrist. Da der Vermieter nicht Eigentümer, aber Pfänder des Mietkautionssparbuches ist, kann es ohne dessen Freigabe nicht zu einer Auszahlung kommen.

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Wie löst man ein Mietkautionskonto auf?

Da das Mietkautionskonto seinen Nutzen mit Beendigung des daran gebundenen Mietverhältnisses verliert, wird es im gleichen Moment wie dieses aufgelöst – natürlich erst dann, wenn der Vermieter keinen Anspruch aus dem Mietverhältnis erhebt oder nach Verstreichen einer vertraglich vereinbarten Sicherheitsfrist. Innerhalb dieser Zeit erbringt der deponierte Betrag weiterhin Zinsen, die dem Mieter zustehen.

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Welche Alternativen zum Mietkautionskonto gibt es?

Die Kautionsverpflichtung dem Vermieter gegenüber muss nicht zwingend mit der Einzahlung auf ein Mietkautionskonto beglichen werden. Als Alternativen kommen unter anderem die Bankbürgschaft und die Mietkautionsversicherung in Frage. In beiden Fällen bürgt eine dritte Partei für die veranschlagte Kautionssumme, die somit nicht vom Mieter gezahlt werden muss. Dieser kann das eingesparte Geld verwenden, um seinen Umzug oder anstehende Schönheitsreparaturen am alten Mietobjekt zu finanzieren. Allerdings ist ein vom Bürgen an den Vermieter gezahlter Betrag – zum Beispiel aufgrund fehlender Schönheitsreparaturen bei Mietende –, vom Mieter an den Bürgen zurückzuzahlen. Dies wird vielfach vom Mieter übersehen. Auch der Vermieter profitiert von einer solchen Lösung: Er braucht kein gesondertes Mietkautionskonto anzulegen und Zeit in dessen Verwaltung zu investieren. Im Fall eines Kautionsanspruchs wendet er sich direkt an den Bürgen – der je nachdem eine Bank oder ein Versicherungsunternehmen ist.

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