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Mietkaution Zinsen

Wie ist die Kaution anzulegen?

Die Modalitäten zum Anlegen der Mietkaution sind im BGB, Paragraf 551, festgeschrieben. Demnach steht der Vermieter in der Pflicht, ein separates Konto zu eröffnen, das von seinem Privatvermögen klar getrennt ist – denn das Kautionskonto muss insolvenzsicher sein.

Wer etwaige Kontoführungsgebühren zu tragen hat, ist rechtlich nicht abschließend geklärt; grundsätzlich soll der Mieter für die Gebühren aufkommen, aber mehrere Gerichtsurteile (unter anderem Landesgericht München, 1998) entschieden zu Lasten des Vermieters.

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Wirft die Mietkaution Zinsen ab?

Grundsätzlich ist eine Verzinsung der Mietkaution gesetzlich vorgeschrieben. Hierbei gilt, dass der Vermieter das Geld unmittelbar nach Erhalt anlegen muss; andernfalls kann der Mieter den Verzug und den daraus entstehenden Zinsverlust später beanstanden. Die Pflicht zur Verzinsung der Kaution entfällt jedoch, wenn es sich bei dem Mietobjekt um Wohnraum in Studenten- oder Jugendwohnheimen handelt.

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Wie hoch ist die Verzinsung der Mietkaution?

Der Zinssatz der Mietkaution muss laut BGB mindestens dem marktüblichen Zinsniveau eines Sparkontos mit dreimonatigem Kündigungsrecht entsprechen. Höhere Erträge können dann entstehen, wenn der Vermieter einwilligt (oder sich sogar auf eigene Faust darum kümmert), das Geld anderweitig anzulegen. Auf einem Tagesgeldkonto beispielsweise bringt die Mietkaution höhere Zinsen ein.

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Welche Anlageformen kommen infrage?

Zahlt der Mieter die Kaution in bar an den Vermieter, ist dieser sehr flexibel in der Wahl der Anlageform. Neben einem Sparkonto kommen auch ein Tagesgeld- oder Festgeldkonto oder noch spekulativere Investitionen in Betracht, bei denen die Mietkaution naturgemäß höhere Zinsen als beim einfachen Kautionssparbuch abwirft.

Alternativ kann der Mieter den Kautionsbetrag auf einem eigens eröffneten Konto hinterlegen und dieses dem Vermieter verpfänden. Hierdurch hat der Vermieter eine größere Kontrolle über die Verzinsung der Mietkaution – zugleich trägt er aber auch eventuelle Ausfallrisiken sowie längere Kündigungsfristen. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dem Vermieter eine Bankbürgschaft anzubieten.

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Wem stehen die Zinsen der Mietkaution zu?

Grundsätzlich bleibt die Kautionssumme über die gesamte Vertragslaufzeit Eigentum des Mieters; daher hat er auch vollen Anspruch auf die Zinsen. Während des Mietverhältnisses dient die Verzinsung der Mietkaution allerdings einer Erhöhung der Mietsicherheit, verbleibt also auf dem hierfür angelegten Konto. Erhält der Mieter schließlich nach seinem Auszug die Mietkaution zurück, kann er auch auf die erwirtschafteten Zinsen zugreifen.

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Hat der Vermieter Anspruch auf die Zinserträge?

Selbst wenn der Vermieter in Eigeninitiative eine lukrative Anlageform für das Geld wählt, darf er die Zinsen der Mietkaution nicht – auch nicht teilweise – für sich beanspruchen. Trotzdem kann es sich für ihn lohnen, im Vorfeld die Zinsen der Mietkaution zu berechnen und sich ggf. für einen höheren Zinssatz zu entscheiden. Schließlich wird durch die Zinsgewinne die Mietsicherheit aufgestockt, auf die er zurückgreifen kann, falls der Mieter seinen Pflichten nicht nachkommt.

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Fallen auf die Verzinsung der Mietkaution Steuern an?

Wie bei anderen Kapitalerträgen auch müssen die auf die Mietkaution entfallenden Zinsen versteuert werden. Eine Möglichkeit, sich von dieser Steuerpflicht zu befreien, ist die Einrichtung eines Freistellungsauftrags; dieser kann allerdings nur genutzt werden, wenn das entsprechende Konto auch auf den Namen des Mieters lautet. Die Versteuerung der Zinsen auf die Kaution lässt sich also nur umgehen, wenn der Mieter ein eigenes Konto an den Vermieter verpfändet oder wenn letzterer das Kautionskonto direkt auf den Namen des Mieters eröffnet.

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